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Anfänger 45 Minuten Monitoring

Uptime Kuma: Den ultimativen, selbst gehosteten Status-Monitor aufsetzen

Mit Uptime Kuma behältst du dein gesamtes Netzwerk im Blick. Lerne, wie du den Status-Monitor via Docker installierst, Benachrichtigungen einrichtest und Status-Pages erstellst.

Uptime Kuma: Den ultimativen, selbst gehosteten Status-Monitor aufsetzen
Anfänger
💻 Docker 💻 Linux 💻 Proxmox

🎯 Was du lernst

Installation von Uptime Kuma via Docker/Docker Compose
Einrichtung von HTTP-, Ping- und Keyword-Monitoren
Konfiguration von Benachrichtigungen (Telegram, Email, Webhooks)
Erstellung von öffentlichen und privaten Status-Pages

📑 Inhaltsverzeichnis

Ein zuverlässiges Monitoring ist für jedes Netzwerk unerlässlich. Egal ob du nur überprüfen willst, ob dein geliebter Pi-hole noch läuft, oder du eine komplexe Proxmox-Umgebung überwachst – du musst wissen, wenn etwas ausfällt, bevor es die Nutzer merken.

Uptime Kuma ist eine exzellente, quelloffene und selbst-gehostete Alternative zu Diensten wie UptimeRobot. Das Tool glänzt durch ein wunderschönes Interface, schnelle Reaktionszeiten und unzählige Benachrichtigungs-Optionen.

In diesem Tutorial zeige ich dir, wie du Uptime Kuma mit Docker bereitstellst und deine wichtigsten Dienste überwachst.

1. Installation via Docker Compose

Die einfachste und sauberste Methode, Uptime Kuma bereitzustellen, ist über Docker Compose. Wir erstellen ein Verzeichnis und die entsprechende docker-compose.yml.

Logge dich auf deinem Server (z. B. einem Debian-CT in Proxmox oder einem Raspberry Pi) ein:

mkdir -p /opt/uptime-kuma
cd /opt/uptime-kuma
nano docker-compose.yml

Füge folgenden Inhalt ein:

version: '3.3'

services:
  uptime-kuma:
    image: louislam/uptime-kuma:1
    container_name: uptime-kuma
    volumes:
      - ./uptime-kuma-data:/app/data
      - /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock # Optional: Für Docker-Container Überwachung
    ports:
      - "3001:3001"
    restart: always

Hinweis zur Sicherheit: Das Einbinden des docker.sock erlaubt Uptime Kuma, den Zustand deiner anderen Docker-Container auszulesen. Das ist praktisch, aber bedenke, dass der Container dadurch weitreichenden Zugriff auf den Docker-Daemon erhält (Privilege Escalation Risiko). Wenn du nur Webseiten (HTTP) oder Pings testen möchtest, kannst du diese Zeile weglassen.

Starte den Container:

docker-compose up -d

2. Ersteinrichtung des Dashboards

Uptime Kuma läuft nun auf Port 3001. Öffne deinen Browser und rufe die IP-Adresse deines Servers auf (z. B. http://192.168.1.100:3001).

  1. Du wirst sofort aufgefordert, einen Admin-Benutzer und ein sicheres Passwort anzulegen.
  2. Nach dem Login siehst du das aufgeräumte Dashboard (im Dark-Mode!).

Uptime Kuma Dashboard Mockup

3. Den ersten Monitor anlegen

Lass uns direkt deinen Router oder ein anderes wichtiges internes Gerät überwachen. Wir nutzen dafür einen einfachen Ping.

  1. Klicke links oben auf “Neuen Monitor hinzufügen”.
  2. Monitor Typ: Wähle “Ping”.
  3. Freundlicher Name: z. B. “UniFi Dream Machine (Gateway)”.
  4. Hostname: Gib die IP-Adresse des Routers ein (z. B. 192.168.1.1).
  5. Herzschlag-Intervall: 60 Sekunden reicht für die meisten internen Geräte völlig aus (20 ist der Standard).
  6. Klicke ganz unten auf “Speichern”.

Du siehst nun einen wunderschönen Graphen, der sich im Minutentakt aufbaut und dir auch die Reaktionszeiten in Millisekunden anzeigt!

Weitere wichtige Monitor-Typen:

4. Benachrichtigungen (Telegram Bot einrichten)

Das schönste Dashboard bringt nichts, wenn du im Fehlerfall nicht proaktiv gewarnt wirst. Uptime Kuma unterstützt über 90 verschiedene Benachrichtigungsdienste (Gotify, Matrix, Discord, Pushover). Wir nutzen hier Telegram, da es sehr simpel einzurichten ist.

Schritt 4.1: Telegram Bot erstellen

  1. Öffne Telegram und suche nach dem Nutzer @BotFather.
  2. Schreibe ihm /newbot.
  3. Vergib einen Namen und einen einzigartigen Username (der auf botenden muss).
  4. Der BotFather antwortet dir mit einem langen HTTP API Token. Kopiere diesen!

Schritt 4.2: Chat-ID herausfinden

  1. Starte einen Chat mit deinem frisch erstellten Bot (klicke auf den Link vom BotFather und sende /start).
  2. Suche in Telegram nach @userinfobot und starte ihn. Er verrät dir deine numerische ID (z.B. 123456789).

Schritt 4.3: In Uptime Kuma eintragen

  1. Klicke in Uptime Kuma oben rechts auf dein Profil-Icon -> Einstellungen -> Benachrichtigungen.
  2. Klicke auf “Neue Benachrichtigung erstellen”.
  3. Wähle “Telegram” aus der Liste.
  4. Name: “Telegram Admin”.
  5. Trage dein Bot Token und deine Chat ID ein.
  6. Klicke auf “Testen”! Dein Bot sollte sich nun auf dem Handy melden.
  7. Speichern.

Gehe nun zurück zu deinen angelegten Monitoren, bearbeite diese und setze den Haken bei “Telegram Admin” auf der rechten Seite, um Alarme auf diesen Kanal zu routen!

5. Die ultimative Status-Page bauen

Du möchtest deinen Nutzern (Familie, Kollegen) zeigen, welche Dienste erreichbar sind, ohne ihnen Zugang zu Uptime Kuma selbst zu geben? Dafür gibt es die Status-Pages.

  1. Klicke oben in der Leiste auf “Status-Seiten”.
  2. Erstelle eine neue Seite (z.B. “netzbastion-status”).
  3. Du befindest dich nun im Editor. Du kannst ein Logo hochladen, eine Domain hinterlegen und eine Beschreibung verfassen.
  4. Füge nun über das ”+“-Symbol unten deine im Dashboard erstellten Monitore hinzu und gruppiere sie (z. B. “Netzwerk”, “Smart Home”, “Public Services”).
  5. Speichere die Seite.

Uptime Kuma Status Page Mockup

Sie ist nun unter http://<deine-kuma-ip>:3001/status/netzbastion-status erreichbar – ein perfekten Einsatzzweck, um diese über einen Reverse Proxy (wie Nginx Proxy Manager) mit einem SSL-Zertifikat öffentlich bereitzustellen!

Fazit

Uptime Kuma hat die Server-Monitoring-Landschaft für das Homelab revolutioniert. Es lässt sich in weniger als zwei Minuten deployen, sieht phänomenal aus und rettet dir mit Push-Benachrichtigungen im Notfall den Hals.

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